ProBoden

Zurück zu einer bodengerechten Landwirtschaft

Liebe Landwirte,

Boden ist Leben. Wir als Landwirte sind direkt vom Boden abhängig und damit einhergehend auch unsere Lebensmittelqualität. Es ist ja nicht so, dass wir über die Probleme, die mit der Bodenbewirtschaftung einhergehen gerne hinweg sehen.

Ist es nicht so, dass wir alle Getriebene eines System sind, das uns oftmals dazu zwingt unsere Böden so zu behandeln wie diese es nicht verdient haben?

Menschen, die sich mit diesem Thema – wenn auch nur entfernt – auseinandergesetzt haben, ist bei Betrachtung des Umgangs mit der Lebensgrundlage Boden wohl klar geworden, dass hier in den letzten Jahrzehnten einiges schief gegangen und aus dem Ruder gelaufen ist. Der Logik folgend, immer weiter wachsen zu müssen und gleichzeitig Kosten zu sparen, wurde sehr oft die Existenzgrundlage Boden ausgenutzt. Haben wir trotz allem nicht eine gewisse Eigenverantwortung?

Denn wir wissen, dass…

– über 90 % unserer Nahrung aus dem Boden kommt.
– Boden Lebensraum für eine unschätzbare Zahl an verschiedensten Lebewesen ist.
– gesunde Böden als Retentionsfläche bei Extremwetterereignissen Unmengen an Wasser speichern.
– naturbelassene Böden die Umgebung kühlen.
– Böden eine schadstoffilternde Naturschutzfunktion erfüllen.

Wir setzen uns für eine ökologisch-regenerative Form der Landwirtschaft ein, die die Artenvielfalt fördert und die sozialen, ökologischen und ökonomische Ressourcen aufbaut.

Es muss unser Bestreben sein, Lösungen und Wege zu finden, die in die Zukunft weisen und der bäuerlichen Landwirtschaft Perspektiven aufzeigen. Die Probleme, mit denen viele landwirtschaftliche Betriebe vermehrt konfrontiert sind, zeigen auf, dass mit den herkömmlichen Lösungsansätzen keine langfristige Existenzsicherung gewährleistet ist.

Mir liegt es fern, die Landwirte über einen Kamm zu scheren. Es gibt viele Landwirte, die bereits sehr gute Erfolge mit Ihren Strategien in Bezug auf die Bodenbewirtschaftung haben. Uns ist es ein großes Anliegen zukunftsweisende Techniken und Wissen zu vermitteln. Unsere Verpflichtung besteht darin, dafür Sorge zu tragen, dass auch in Zukunft gesunder Boden in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Die Forderung nach nachhaltiger Bodennutzung und optimalen Bodenschutz setzt deshalb gezielt dort an, wo es gilt, das Wissen und Techniken der optimalen Bodenbewirtschaftung über unser Projekt und Netzwerk zu vermitteln und zu verbreiten.

Unser Ziel ist es, die Erträge zu steigern und die Qualität unserer Lebensmittel zu erhöhen, indem wir die Bodenfruchtbarkeit verbessen.

Sehen wir Bodenschutz vor allem auch als Schutz unseres Lebensraumes, dessen Ökosystem auch den Menschen schützt und ernährt und arbeiten gemeinsam an einer neuen Landwirtschaft.

Herbst 2021
Johann Hüttinger vom Bessererhof
Gründungsmitglied von Prometheus ProAgrar n.e.V.

Aktuelles deutsches Recht zum Einsatz von Düngemitteln

Wir eine ganz besondere Situation in Bezug auf die aktuelle Düngemittelverordnung in Deutschland. Nach der Düngemittelverordnung dürfen Landwirte nur 170 kg Stickstoff pro Hektar in Form von Wirtschaftsdüngern wie Gülle, Mist, Gärresten und ähnlichem ausbringen. Der Entzug von Stickstoff aus dem Boden durch die ausgesäten Pflanzen ist jedoch bei vielen Kulturen wesentlich höher. Diese Differenz kann nur durch chemisch hergestellte Mineraldünger ausgeglichen werden. Betriebe mit extensiver Tierhaltung sind gezwungen, Wirtschaftsdünger zu liefern und zu bezahlen. Um die Nährstofflücken zu schließen, müssen jedoch Mineraldünger zugekauft werden. Seit 2020 gibt es in Deutschland jedoch sogenannte rote Gebiete, die aufgrund nicht ganz nachvollziehbarer Messmethoden höhere Nitratwerte im Grundwasser aufweisen sollen. Diese Gebiete umfassen etwa 30 % der Ackerfläche in Deutschland. In diesen roten Gebieten darf nur auf 80% der Gesamtfläche gedüngt werden. Der Anbau von Brotweizen ist hier kaum möglich.

Wir haben Zugriff auf einen rein biologischen Dünger. Dieser vom Landesamt für Landwirtschaft staatlich zugelassene Biodünger umgeht diese Regelung, weil im ersten Jahr nur 60 % des Stickstoffgehaltes im Biodünger angerechnet werden müssen und der Stickstoff obendrein nicht ausgewaschen werden kann, weil er organisch gebunden ist. In den Folgejahren müssen die restlichen 40 % jedoch nicht mehr angerechnet werden.

So können wir eine Lösung für ein vom Staat künstlich geschaffenes Problem bieten.

Die neue Philosophie der Düngung

Pflanzengerecht, selbst zu erzeugen, regional im ganzheitlichen Ansatz

Den Bauern, die mit uns im Prometheus-Netzwerk arbeiten wollen, bekommen von uns ein sehr wirtschaftliches, regionales, die Pflanzen optimal versorgendes, den Boden verbesserndes und somit sehr umweltfreundliches Düngesystem angeboten. Sie können damit Früchte erzeugen, die wieder alle Vital- und Wirkstoffe enthalten, gesund bis zur Ernte bleiben und keinen Bedarf an Agrarchemie mehr haben. Der Gesamtertrag dieser Früchte aus Feld und Garten wird sich sehr wirtschaftlich darstellen lassen.

Für dieses neue Düngesystem haben wir mehrere Ansätze, die individuell auf die Gegebenheiten der einzelnen Betriebe mit dem Betriebsleiter kombiniert und optimiert werden. Der Ist-Zustand der Böden, die vorhandenen, oder in der Umgebung zu bekommenden Rohstoffe und die technische Ausstattung der Betriebe spielen hier eine entscheidende Rolle.

Komponenten des Düngesystems:

  • Aus Pflanzlichen Reststoffen (Altgras, Miskantus, Landschaftspflegematerial, Pressrückstände, gehäckselter Strauchschnitt usw…), Wirtschaftsdünger (Mist, Gülle, Gärreste) und Holzhackschnitzel stellen wir in einem definierten Kompostierungsverfahren über Stoffwandlung einen Humusdünger her, der sämtliche Pflanzennährstoffe und Spurenelemente enthält. Zum Start des Prozesses werden bestimmte Bakterien zugesetzt, die den Stoffwandlungsprozess richtig steuern. Das Haufwerk erwärmt sich hierbei bis auf 80° C und hygienisiert sich selber. Pathogene Keime und Unkrautsamen werden somit inaktiv. Nach Abkühlung des Prozesses werden dem Haufwerk bestimmte Kalke und Pilze zugesetzt.

    Vor allem die Pilze bewirken eine enorme Mobilisierung des Bodenlebens. Sie gehen eine Symbiose mit den Wurzeln der Nutzpflanzen ein, erweitern die Reichweite der Pflanzenwurzeln und stellen genau die Nährstoffe aus dem Boden zur Verfügung, die die Pflanze braucht. Die Nährstoffe, die die Pflanze nicht benötigt, bleiben im Boden organisch als Humus gespeichert und erhöhen dessen biologische Aktivität.

  • Mikroorganismen als Direktgabe oder gelöst in einem speziellen Komposttee können bei einem schon intakten Boden Nährstoffe im Boden aufschließen, eine aerobe Flächenrotte anregen und sogardas C – N Verhältnis für eine schnelle erfolgreiche Strohrotte angleichen.

  • Bei stark ausgelaugten Böden kann von uns ein spezieller Kompost als Bodenheiler mit Erfolg eingesetzt werden. Die Notwendigkeit wird von uns vor Ort und individuell mit dem Landwirt beurteilt.

Dieses Düngesystem soll dazu dienen, den Bauern wieder in die eigene Souveränität zu bringen. Einen unnötigen weiten Transport dieser Düngemittel lehnen wir ab. Die Düngemittel sollen in einem Netzwerk mehrerer Bauern regional bereitgestellt werden. Die Kosten dieser Düngung wird nicht über den bekannten Preisen für Mineraldünger liegen. Durch die zusätzliche Vitalisierung der Böden können die Bauern robuste Pflanzen erzeugen, die eine natürliche Wiederstandkraft gegen Krankheiten und Schädlinge aufweisen. Wir sind überzeugt davon, hohe Erträge bei besserer Qualität zu erzielen.

Im November 2021
Karl Holböck, ProAgrar


Unser Konzept

Sobald Sie sich als Bauer auf unserer Seite registriert haben, können Sie auf unseren Anmeldebögen Ihr Interesse an einem von Ihnen selbst oder von einem Kollegen in Ihrer Nähe selbst hergestellten Dünger bekunden. Wir melden uns dann bei Ihnen und beraten Sie mit welchen Rohstoffen Sie selbst Ihren eigenen Biodünger herstellen können. Je nach der Zusammensetzung Ihrer Rohstoffe, dem Zustand Ihres Bodens und der Frucht, die Sie anbauen möchten, gibt es verschiedene Rezepturen und Anwendungsmethoden. Eine Beratung vor Ort ist möglich. Hierfür müssen wir allerdings einen Beitrag zur Deckung unserer Kosten Ihnen in Rechnung stellen.

Nehmen Sie doch einfach Kontakt zu unserem Spezialisten auf:
Karl Holböck: karlholboeck@ymail.com